Donnerstag, 13. April 2017
Sorgen
"Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen", heißt es immer. Auch kleine Kinder können einem große Sorgen bereiten, wie ich seit heute weiß. Sogar sehr, sehr kleine Kinder...nur 13 cm groß.

Heute ist das passiert, was man nicht hören will. Schmerzen, Krämpfe, Blutungen. Nach einer Stunde im Krankenhaus dann Entwarnung. Bitte nur schonen, bitte nicht schwer heben.

J zu sehen, vor einer Woche bei der Nackenfaltenmessung, hat mich erstaunlich wenig berührt. Heute den Gedanken zu haben, dass Js kleines Herz nicht mehr schlagen könnte, hat mich wiederum erstaunlich hart getroffen. Jetzt darf einfach nichts mehr passieren.

(Nachtrag: die Ärztin hat heute -wie mir gesagt wurde- von "ihr" gesprochen. "Sie winkt Ihnen", soll es geheißen haben. Blöde Art, es zu erfahren. Könnte aber auch falsch verstanden worden sein. Die Ärztin hatte starken polnischen Dialekt. Vielleicht ist "Embryo" oder "Fötus" oder "Baby" oder "Kind" auf Polnisch weiblich?)

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Donnerstag, 30. März 2017
Unser erstes Date
Nächsten Dienstag ist es soweit. Dann sehen J und ich uns zum ersten Mal. Nee...das stimmt so ja nicht. Nur ich sehe J, umgekehrt läuft das ja nicht. Ich glaube, ich hätte das anders machen sollen. Ich hätte schon vorher einmal mitgehen und zusehen sollen, wie das kleine Bündel, aktuell etwa sechs Zentimeter groß, zappelt und winkt. Jetzt kommen vielleicht an einem Tag zwei Situationen zusammen. Mein erster echter Blick auf mein Kind...und die Entscheidung, ob es am Leben bleiben darf oder nicht.

Zwischen dem heutigen Abend und meinem ersten Blick auf J liegt mein Geburtstag. Es ist dann genau 37 Jahre her, dass meine Mama und mein Papa zum allerersten Mal ein Kind bekommen haben. Ob mir dieser Generationenwechsel gefällt, weiß ich noch nicht. Ich tendiere wirklich weder zu nein noch zu ja.

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Donnerstag, 23. März 2017
Zellhaufen
„Ist doch nur ein Zellhaufen!“ Ein beliebter Spruch von Abtreibungsbefürwortern…und für mich stets plausibel. In den ersten Monaten könne man doch noch von keinem Menschen sprechen, fand ich. Und deshalb war mir ebenfalls stets klar, dass ich eines Tages alle Möglichkeiten der Pränataldiagnostik ausschöpfen und schon beim geringsten Verdacht oder Risiko die Herren mit den Spateln und den Saugern herbeirufen würde.

Nun sehe ich schon ein paar Wochen nach der Zeugung Fotos von einer kleinen Person. Mit einem Kopf und zwei Gehirnhälften…einem Bauch…und Armen und Beinen. Diese kleine Person heißt J, egal ob sie ein Mädchen oder ein Junge ist. Und ich habe Gedanken zu ihr und Pläne mit ihr.

Was mache ich denn nun, wenn mir übernächste Woche, nach der Messung der Nackenfalte, ein Arzt sagt, dass J wahrscheinlich ein Chromosom zu viel hat? Lasse ich J dann zerstechen und wegsaugen?

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